Mittwoch, 10. August 2011

Der Körper fällt in die absolute Stille

Heute begann mein Tag mit einem schönen Erlebnis, das mich durch den ganzen Tag getragen hat und dann nicht mehr aufgehört hat.

Ich hatte mich zum Meditieren hingesetzt und merkte nach wenigen Minuten, wie sich mein Körper in einen Zustand tiefer Stille begab. Diese Stille kam so zügig über mich, dass ich etas vewundert war, denn mein Geist kreiste noch um einige andere Dinge, die ich klären musste, und wollte deshalb etwas langsamer zur Ruhe kommen. Ich legte meine Aufmerksamkeit also auf dieses körperliche Ziehen in die Stille hinein und merkte, dass mein Körper sich innerhalb weniger Minuten komplett abschaltete, so als wenn er in einen Winterschlaf gehen würde. Ich beobachtete von Innen, wie die Atmung immer weniger wurde, bis sie nicht mehr wahrnehmbar war. Die Gedanken hörten auf, es entstand ein Zustand vollkommener Selbstgenügsamkeit, Ruhe, Bewegungslosigkeit. Die Sinne stellten ihren Dienst ein. Ich nahm keine Außengeräusche und -aktivitäten mehr wahr. Da war nur noch diese Stille, dieses Gefühl, dass ich jetzt in meinem natürlichen Grundzustand angekommen war. Der Körper fühlte sich so wohl in diesem abgeschalteten Zustand, dass er eine Menge Glückshormone ausschüttete. Ich badete also im Bliss, tat gar nichts, nahm das alles als völlige Selbstverständlichkeit hin und ruhte in mir selbst. Das war so stark und so deutlich, dass mir klar wurde, dass das ein neuer Schritt in meiner körperlichen Transformation war und nicht mehr aufhören würde.
Als nach einer Stunde mein Gong ertönte, merkte ich, wie der Körper auf der Ebene des Nervensystem sehr schnell und sehr leicht aktiv wurde. Das Nervensystem reagierte sofort auf den Gong und brachte den ganzen Körper in einen Bereitschaftszustand aus dem heraus er ungeheuer leicht in die normale Aktivität gehen konnte. Ich ließ mir noch ein wenig Zeit, wanderte mit meiner Aufmerksamkeit durch die einzelnen Bereiche des Körpers hindurch und massierte einige Stellen, die mir ein wenig taub vorkamen.
Nach ein paar Minuten war ich wieder voll da und war erstaunt über diese neue Erfahrung.

Früher war es so, dass ich meinen Körper immer als ein aktives System wahrgenommen habe. Jetzt ist es so, dass ich ihn als ein in sich ruhendes, kurz vor dem Abgeschaltetsein laufendes System wahrnehme, dass ungeheuer leicht und schnell in große Aktivität gehen kann. Also genau umgekehrt. Früher war der Körper ständig aktiv und ich musste mich hinsetzen und meditieren um ihn zur Ruhe zu bringen, jetzt ist es genau umgekehrt. Ich nehme meinen Körper jetzt als total still und in sich ruhend wahr, kurz vor dem völligen Abgeschaltetsein, und wenn ich ihn nicht mit einer Aktivität beschäftige, nichts aktiv mache, schaltet er sofort, ohne mein Zutun wieder in diesen Zustand der dynamischen Stille. Wie ein Automatismus. Ruhe und Stille ist als Grundzustand immer automatisch da. Ich muss da nichts mehr für tun. Und der Körper weiß, dass das sein natürlicher Grundzustand ist und schüttet vor lauter Freude riesige Mengen Glückshormone aus, die sich mit in die Aktivität tragen.

Für mich ist das ein neuer körperlicher Zustand - ich werde weiter berichten...

Montag, 8. August 2011

Wie erfährt man das absolute, transzendentale SEIN im täglichen Leben?

Da das SEIN transzendentaler Natur ist, kann man es nicht im relativen Leben "erfahren".

Das, was mit "Ich bin" beschrieben wird, ist der innere Beobachter. Ist man am Anfang seiner spirituellen Suche noch regelmäßig mit seinem kleinem Ego identifiziert, wenn man sich fragt "Wer bin ich?", so ändert sich diese Identifikation später schrittweise in Richtung eigener Beobachter. Man bemerkt mehr und mehr eine Instanz in sich, die als "Beobachter all des Erlebten" fungiert. Und dieser Beobachter beobachtet auch das "Ich", das kleine Ego, mit dem man identifiziert ist. So kommt der Widerspruch zwischen dem Ego und dem Beobachter zustande und das Ich fängt an sich zunehmend mit dem Beobachter zu identifizieren. Im weiteren Verlauf der Praxis merkt man, dass er unter allen Umständen erhalten bleibt, also auch und gerade in Situationen, wo man normalerweise die "Kontrolle" verliert. Das sind meistens Situationen und Erlebnisse, die mit großen Gefühlen einhergehen, wobei es egal ist, ob diese Gefühle nur erinnert sind, ober tatsächlich im Hier und Jetzt (Realtität) erlebt werden.

Allein diese Erfahrung, dass der Beobachter eine andere innere Instanz ist, die viel stabiler ist, als die des kleinen Ego, bringt große Änderungen im täglichen Leben mit sich. Man fühlt sich sicherer mit sich selbst, man hat das Gefühl "größer" im Sinne von erwachsener zu sein, hat also mehr Selbstbewusstsein, mehr Selbstsicherheit, fühlt sich emotional stabiler, weil man nicht mehr das Gefühl hat, dass einen die großen Gefühle des Lebens überwältigen können. Man rastet nicht mehr so schnell aus, wenn andere Menschen die entscheidenden Knöpfe bei einem drücken. Dies ist eine erste Stufe, die man erreicht durch die Übung der Selbstbeobachtung.

Der nächste Schritt in der Entwicklung wird oft missverstanden, wahrscheinlich, weil er nicht von so vielen Menschen erfahren wird. Und das ist verständlich, denn dieser nächste Schritt erfordert ein Vordringen in einen Bereich, der an sich außerhalb jeder Erfahrung und Erfahrbarkeit liegt, und doch haben wir die Möglichkeit dorthin vorzudringen. Und das geschieht, wenn man in seiner Praxis anfängt den Beobachter nicht mehr nur all die Wahrnehmungen und Erfahrungen der Außenwelt beobachten zu lassen und die Zustände des eigenen Innenraumes in Form von Gedanken und Gefühlen, sondern indem man anfängt den Beobachter selbst zu beobachten.

Wenn man sich darauf fühlend einlässt, bemerkt man in zunehmenden Maße wie groß der innere Beobachter eigentlich wirklich ist. Hatte man am Anfang dieser Übung der Selbstbeobachtung eher das Gefühl einer inneren Begrenztheit, merkt man nach einiger Zeit der Übung, dass sich Innendrin ein immer größer werdender freier Raum auftut. Und wenn man seine Aufmerksamkeit dann auf diesen freien Raum richtet, merkt man, dass das der eigene innere Beobachter ist.

Der innere Beobachter, dieses Gefühl von "Ich bin" ist innerlich unendlich groß. Man kann stundenlang auf dem Sofa sitzen mit geschlossenen Augen und in diesem freien Raum baden. Der Beobachter nimmt sich selbst in seiner Unbegrenztheit wahr und alle anderen Wahrnehmungen tauchen als Erscheinungen in diesem Raum auf. Alles Wahrgenommene ist nur eine Erscheinung in diesem Bewusstseinsraum, der der eigene Beobachter ist.

Diese Erfahrung der eigenen inneren Unendlichkeit ist eine wichtige und transformierende Erfahrung, denn bisher kannte man nur die Unendlichkeit im Äußeren, jetzt ist eine weitere Unendlichkeit hinzugekommen, die Innere. Der eigene Innenraum ist nicht mehr begrenzt. Man fühlt sich wohler in seiner eigenen Haut, hält sich selbst besser aus und muss nicht immer sofort nach Außen gehen um seine Bedürfnisse zu befriedigen. Man kann jetzt einfach mal seine Wünsche an sich nehmen, bei sich behalten und tief im Inneren reifen lassen, zuschauen, wie die Dinge sich Schritt für Schritt in Ordnung bringen, sich entwickeln und von alleine in Erfüllung gehen. Bewusste Wunscherfüllung wird möglich und tritt in das eigene Leben ein. Die eigene Wahrnehmung fängt an sich zu ändern, Schritt für Schritt, und immer aufbauend auf dieser inneren bewussten Erfahrung der eigenen Unendlichkeit des Beobachters.

Im nächsten Schritt wird folgendes erfahren:
Ein Zustand von unglaublicher Stille, einer Stille, die so groß ist, dass man das Gefühl hat, sich mit allem, was man glaubt zu sein, aufzulösen. Dies ist ein körperlich, gefühlsmäßiger und geistiger Zustand. Man spürt, wie man sich in einen Zustand hinein auflöst, in dem nichts mehr ist, nur noch man selbst, der Beobachter. Alle weiteren Wahrnehmungen stoppen. Man steht einfach still. Der Beobachter beobachtet sich nur noch selbst. Es gibt keine anderen Bewusstseinsinhalte mehr. Nur noch der Beobachter selbst.

Und da merkt man, das der Beobachter reines Bewusstsein ist. Reines Bewusstsein beobachtet sich selbst. Mehr nicht. Sonst ist nichts da.

Und wenn man wieder raus kommt aus diesem Zustand merkt man, dass man in diesem tiefen Zustand der Stille nicht im eigentlichen Sinne wahrnehmen konnte, weil ja alle Wahrnehmung gestoppt war, sondern nur sein konnte.

Dieser extreme Zustand der Stille ist ein Seinszustand. Man kann ihn nicht wahrnehmen, sondern man kann ihn nur sein. Und man merkt sofort, dass dieser Zustand das eigentliche Selbst ist. Der eigentliche innere Beobachter, seine eigentliche Natur. Dieser Zustand ist die Ursache für den Beobachter und  das Gefühl von "Ich bin". Dieser Zustand ist die "Erfahrung" des universellen SEINS, das die Ursache und der Urgrund aller Schöpfung ist, der individuellen wie der materiellen. Wir nennen das auch die Transzendenz, das Absolute.

Diese "Erfahrung" bringt zum ersten Mal das ins Leben, was Dualität (dvaita) genannt wird. Auf der einen Seite erfährt man die relativen Werte des Lebens, auf der anderen Seite hat man den Zugang gefunden zu dem Bereich der unendlich und unveränderlich ist, dem Zustand des SEINS.

Beide Erfahrungen, beide Zustände bestimmen von nun an das weitere Leben. Und das ist ein ganz wichtiger Erleuchtungsschritt. Man ist sich zum ersten Mal der Dualität des Lebens durch eigene Erfahrung bewusst geworden. Vorher hat man nur darüber nachgedacht und sich in eine erkenntnismäßige Stimmung der Dualität versetzt. Jetzt hat man diesen Zustand des SEINS selbst "erfahren", indem man selbst zum SEIN geworden ist. Wie gesagt, man kann diesen Zustand nicht erfahren, weil alle Wahrnehmungen gestoppt sind, sondern nur sein.

Die Erfahrung dieses neuen Seinszustandes (Bewusstseinszustandes) ist der eigentliche Anfang, der große Schritt hin zur Erleuchtung. Eine wirkliche Voraussetzung für alle weiteren Schritte, die dann kommen, denn aus der Erfahrung der Dualität soll ja noch eine Einheit (A-davaita) werden.

Sonntag, 31. Juli 2011

Ich bin DAS, Du bist DAS...

Ich bin so sehr DAS geworden in meinem Empfinden, in meiner Selbstwahrnehmung, in dem, was ich sehe und spüre, wenn ich nach Innen schaue, dass ich alles Andere und die Anderen auch als DAS sehe.
So ist das wohl gemeint mit dem:
Ich bin DAS, Du bist DAS...

Samstag, 16. Juli 2011

Wie das Sein in das Leben einfließt

Was passiert da genau?
Die Erfahrung, das Erleben des Seins ist so überwältigend, dass man in der Regel am Anfang nicht lange da drin bleiben kann in dieser Erfahrung. Das kleine Ich versucht das als nur eine weitere Erfahrung abzutun, zu verstehen und einzuordnen, scheitert aber regelmäßig an dem Punkt, wo das Sein das Ich aufgreift und es transformiert. Wenn man das spürt, erschreckt man sich meist und wehrt diese Erfahrung des Seins ab.

Was sind die Merkmale?
Wenn das kleine Ich vom Sein ergriffen wird, fängt es an sich aufzulösen. Da diese Erfahrung so elementar ist, so existentiell, weiß man sofort, das es passiert.

Was bedeutet das für mich und mein Leben?
Das kleine Ich denkt, dass es das Leben lebt und steuert. Das Sein übernimmt das alles und das kleine Ich wird zu einem großen Ich. Ich bin DAS...
Diese Änderung ist so deutlich, so nachhaltig, dass das ganze Leben davon betroffen ist, da die Zuständigkeiten sich radikal verschoben haben. War bisher immer das kleine Ich betroffen, so ist jetzt das große Ich, das Sein betroffen. ES lebt durch sich selbst, durch mich. Es braucht eine Zeit bis man sich an diesen Zustand gewöhnt hat.

Wir merke ich das?
Die Wahrnehmung ändert sich, die Gefühle ändern sich, der Körper verändert sich. All das, was das Leben ausmacht, erstrahlt in einem anderen Glanz. Scheinbar läuft alles weiter wie bisher. Aber in Wirklichkeit hat sich alles verändert. Das, was man sein Leben lang als Realität erfahren hat, verschwindet auf einmal und lässt nur noch das reine Sein zurück.

Fühlt sich das anders an?
Die Basis hat sich geändert, auf der die Gefühle auftauchen. Von Glück bis Schmerz ist alles da, aber die Bewertung ist anders. Es ist keine Instanz mehr da, die das als von sich getrennt wahrnimmt, die das als Objekt wahrnimmt. Es ist einfach vollkommen da. Die Anbindung ist weg, die Einheit ist da.

Verändert sich mein Denken, mein Handeln?
Das Denken verschwindet, das Handeln auch. ES denkt, ES handelt. Denken wird nicht mehr als Denken empfunden, Handeln nicht als Handeln. ES ist einfach reines Sein. ES nimmt sich selbst im Denken, im Handeln wahr. ES ist das Denken und Handeln. Es ist da ein solch starker Selbstrückbezug, dass da kein Ich da ist, dass denkt: ich denke, oder ich handle. ES geschieht einfach...

Merkt man das nur, wenn man die Aufmerksamkeit nach Innen richtet, also ein meditatives Leben führt, oder hat das auch Auswirkungen in meinem normalen Alltag?
Der Alltag ist das meditative Leben. Es gibt keine Unterscheidung mehr zwischen Innen und Außen. Alles ist eins. Die Idee der Vergänglichkeit ist verschwunden. ES ist einfach nur noch Alles. Und ich bin das...

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Diese Erfahrung ist so skuril, dass ich sie nicht wirklich beschreiben kann. Wenn ich sie mit meinen normalen Worten beschreibe, merke ich, dass es so nicht ganz stimmt. Und all die Beispiele treffen es nicht richtig. Wenn man es erfährt, weiß man es sofort, ganz ohne Zweifel.

Es ist die Auflösung der Gegensätze. Hunger und Durst, Kalt und Heiß, Liebe und Hass, usw...
Obwohl es diese Gegensätze noch gibt, erfährt man sie nicht mehr als solches. Beide Teile der Gegensätze sind aufgehoben im Ganzen. Man erfährt sie nicht mehr als einzelne Teile, die man unterscheidet und einseitig bevorzugt. Man weiß, dass beide da sein müssen und nur zusammen die Ganzheit bilden.

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Das eigene Leben wird nicht einfach nur um die Komponente des Seins bereichert, sondern das Sein ergreift vollständig Besitz vom eigenen Leben, von einem selbst.

Die Frage lautet also nicht, wie das Sein mich und mein Leben verändert, sondern wie lebt das Sein sich selbst, als mein Leben? ES kehrt nicht zu mir zurück, sondern ich kehre zum Sein zurück. Es ist nicht durch mich verstehbar. ES versteht mich.
Diese radikale Umkehr in der eigenen Position ist die entscheidende Veränderung im Leben, dass einfach weiterläuft.

Samstag, 2. Juli 2011

Das Ende des gestörten Geistes

Das Schöne an der Erleuchtung ist, dass man alle seine "Geisteskrankheiten", all die Neurosen und die ganzen anderen ungewöhnlichen, anstrengenden Angewohnheiten des Geistes loslassen muss, bevor sie dauerhaft bleibt. Die Erleuchtung fegt alles weg...

Die Vorstellung eines erleuchteten Menschen, der nicht frei von sowas ist, wäre auch komisch, oder ;-)

Dienstag, 7. Juni 2011

Die eigene Vergangenheit lässt sich ändern!

Das SEIN, das Nichts, der Urgrund umfasst nicht nur den Raum und alles in ihm, sondern auch die Zeit. Das Hier und Jetzt, der gegenwärtige Moment ist für das unbegrenzte Bewusstsein so unendlich, dass er auch die Vergangenheit und die Zukunft mit umfasst.

Wenn man mit diesem SEIN eins ist, und das passiert in der Meditation oft auch nur für einige Momente, dann kann man mit seiner Wahrnehmung eine Grenze überschreiten, die das individuelle Bewusstsein gesetzt hat.

Aus der Perspektive des unbegrenzten Bewusstseins heraus löst sich diese Grenze manchmal auf, sodass man in seine eigene Vergangenheit schauen kann, als wäre sie Teil des momentanen Lebens. Das ist eine ganz besondere Erfahrung, weil die Erinnerung an die Vergangenheit nicht nur als unvollständige, verschwommene Bilder auftauchen, sondern als vollständige Erfahrung der vergangenen Realität im Hier und Jetzt.

Ich kann quasi in meine eigene Vergangenheit zurückgekehrt alles noch einmal angehen und zwar mit den Mitteln, die mir heute, als Erwachsener zur Verfügung stehen. Das heißt, ich kann meine eigene Geschichte neu schreiben und damit meine Vergangenheit verändern. Die Auswirkungen auf mein heutiges Leben treten dabei unmittelbar in Erscheinung.

Ich habe das unzählige Mal ausprobiert. Es funktioniert! Ich halte diese Methode für eine wunderbare Erweiterung von Therapieformen, die mit der Aufarbeitung von vergangen Erlebnissen zu tun haben und eine Synthese von Therapie und Erleuchtungsarbeit.

Es fühlt sich an, wie eine Zeitreise in die Vergangenheit, als würde sich ein Wurmloch öffnen durch das man in die eigene Vergangenheit schlüpfen kann. Wo man Kontakt aufnehmen kann mit dem Menschen, der man einmal war, den man vielleicht vergessen hat, den mal zurückgelassen hat und den man nun mitnehmen kann in die heutige Zeit.

Das ist eine ganz besondere Erfahrung, die wir machen können, wenn wir uns mit dem unendlichen SEIN in uns verbinden, in der STILLE.

Handeln aus dem SEIN

Ich weiß nicht, ob das bei euch auch so ist, aber bei mir klappen die Dinge nur, wenn ich sie vorher gesehen, geschaut habe. Was ich nicht geschaut habe, klappt auch nicht.

Wenn ich ein größeres Projekt starten will, laufen die einzelnen Schritte, die ich zu seiner Realisierung machen muss, vorher, wie in einem Film in mir ab. Dabei kann ich genau spüren und sehen, ob sie funktionieren werden oder nicht.

Das ist eine ganz eigenartige Sache. Manchmal weiß ich, vom Kopf her, dass bestimmte Handlungen durchgeführt werden müssten, damit die nächsten Schritte getan werden können. Aber, ich kann sie innerlich nicht sehen. Es kommen keine Bilder in mir hoch. Und dann kann ich sie auch nicht machen. Wenn ich sie trotzdem machte, würde es nicht klappen. Es würde schief gehen. Ich habe es oft ausprobiert. Erst wenn ich sie in meinem Inneren gesehen habe, ist der Weg frei um sie erfolgreich zu erledigen.

Im Nachhinein hat sich dann immer gezeigt, dass irgendeine Bedingung, eine Voraussetzung, ein menschlicher Kontakt, an die ich planerisch gar nicht denken konnte, noch nicht zu diesem Zeitpunkt erfüllt war.

Es fühlt sich so an, als wenn ich meinen Projektwunsch innerlich einer höheren Instanz übergebe, nennen wir sie mal "Natur", und dann warten muss, bis alle einzelnen Schritte von ihr ausgestaltet worden sind. Ich empfinde mich dabei nicht nur als der Handelnde, sondern auch als der, durch den gehandelt wird. Dieses "Größere" ist für die Manifestation all der vielen Schritte und Voraussetzungen und menschlichen Kontakte zuständig. Und offensichtlich braucht jedes dieser Details einfach seine ihm eigene Zeit. Gut Ding braucht Weile...

Ich verlasse mich also mittlerweile darauf, dass die Natur das alles viel besser managed, als wenn ich das aus einer begrenzten, subjektiven Perspektive heraus steuern würde und überlasse ihr das gerne.

Mein Leben läuft seitdem deutlich stressfreier ;-)